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Patient PAD: „Keine weiteren Verlustabdeckungen!“

Die Bilanz des Regionalflughafens Paderborn-Lippstadt (PAD) ist seit Jahren defizitär. Das bedeutet für die Gesellschafter, zu denen mit einem Anteil von rund 12,3 Prozent auch der Kreis Soest gehört, dass sie von Jahr zu Jahr höhere Verlustabdeckungen übernehmen müssen. Durch die Corona-Krise hat sich die Lage des PAD noch einmal massiv verschärft. Mehr denn je fordern die GRÜNEN im Kreis Soest deshalb, die Finanzierung des Flughafens grundsätzlich auf den Prüfstand zu stellen.

Ilona Kottmann-Fischer, GRÜNE Landratskandidatin für den Kreis Soest, hatte nun Gelegenheit, mit Arndt Klocke, Verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN Landtagsfraktion und Fraktionsvorsitzender, über die Situation der nordrhein-westfälischen Regionalflughäfen insgesamt und
die des Flughafens Paderborn-Lippstadt im Besonderen zu sprechen.

Video: Gespräch mit Arndt Klocke MdL über die Situation des Flughafens

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Das vor dem Hintergrund, dass mit dem Kreis Gütersloh der erste Gesellschafter erklärt hat, sich nicht weiter beteiligen zu wollen. Ein entsprechender Beschluss des Kreistags ging jetzt durch die Presse. Eine Entscheidung des Kreises Soest steht bisher aus, zuletzt waren die immer höheren Finanzbeiträge mit den Mehrheiten von CDU und SPD aber stets durchgewunken worden.

Ilona Kottmann-Fischer ist sich mit Arndt Klocke einig: „Nordrhein-Westfalen braucht ein neues Luftverkehrskonzept.“ Jahrelang, so berichtet Klocke, habe man auf ein Bundeskonzept gewartet. Das allerdings hätte schon 2012 (!) vorgelegt werden sollen.
Daher ist nach Sicht der GRÜNEN jetzt das Land am Zug. Die Regionalflughäfen gehörten auf den Prüfstand. Kottmann-Fischer: „Für mich ist die Frage: Welche Flughäfen leisten wir uns denn in der Fläche?“

Regionalflughäfen in NRW: Hohe Dichte

Die Dichte der Regionalflughäfen ist hoch: Paderborn-Lippstadt
buhlt um Fluggäste nicht nur mit Dortmund und Münster-Osnabrück, sondern auch mit Hannover und den beiden NRW-Großflughäfen Köln-Bonn und Düsseldorf. Dazu ist auch das Drehkreuz Frankfurt durchaus in erreichbarer Nähe. Für Klocke ist klar: „ALLE sind nicht zukunftsfähig.“
Ein Luftverkehrskonzept müsse die Regionalflughäfen bedarfsorientiert und auf ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit hin überprüfen.

Arndt Klocke machte deutlich, dass die GRÜNEN sich nicht grundsätzlich sperren, wenn es darum geht, auch die Flughäfen mit Mitteln aus dem Milliarden-Hilfspaket zu unterstützen, dass die Landesregierung aufgelegt hat, um die Wirtschaft bei der Bewältigung der Corona-Auswirkungen zu unterstützen. Doch verstehe er, dass gerade die Stadträte und Kreistage angesichts massiv belasteter kommunaler Haushalte überlegen müssten, ob Geld, das dringend anderswo benötigt werde, in einen kaputten Flughafen gesteckt werde.

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